Masken tragen - wieviel Mensch steckt im Blog?

03:22

Eine Maske erzählt uns mehr als ein Gesicht. - Oscar Wilde

Wir alle tragen Masken. Im Büro, auf der Straße, bei Freunden. Sie dienen dem Schutz, denn es macht verwundbar sich voll und ganz zu öffnen, sich so zu zeigen wie man ist. Wenn man die vollkommene Welt der Blogger und Instagrammer durch die blendend weißen Filter hindurch sieht, so kann man schon ein bisschen neidisch werden. Morgens perfekt frisiert bei Starbucks, mittags das CEO Meeting am Sandstrand, nachmittags das Fotoshooting vor spektakulärer Kulisse, abends das schicke PR Dinner.




Ist das wirklich alles Realität? Wann waschen diese Leute ihre Wäsche, bringen den Müll raus? Andererseits, wollen wir das überhaupt sehen? Haben nicht gerade die scheinbar perfekten Social Media Ikonen so viele Follower, weil sie uns nicht so oft mit den Unannehmlichkeiten des Alltags belästigen? Wir schauen uns ja nicht das an, was wir haben, sondern das, was wir gerne hätten. Zumindest geht es mir meist so.

Wieviel Mensch steckt in meinem Blog? Trage ich hier nur eine Maske? Zum Teil sicher, denn auch ich möchte euch nicht an allem teilhaben lassen. Manches wird ausgeblendet weil es uninteressant sein könnte, anderes weil es mir zu privat ist. Der Blog ist nicht das Leben und das Leben ist nicht der Blog. Trotzdem glaube ich fest daran, dass Authentizität von Bedeutung ist - ein Blogger muss auch Mensch sein, Fehler haben dürfen. Perfektion war immer schon langweilig.

Führt ihr einen Blog oder seid auf Instagram, Snapchat & Co. aktiv? Wenn ja, wie authenthisch präsentiert ihr euch? Ich bin gespannt, was ihr zu dem Thema zu sagen habt.



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1 Kommentare

  1. Hallo Silke

    ein sehr spannendes Thema!

    Ich merke in letzter Zeit, dass mich scheinbar perfekte Hochglanz-Blogs immer mehr langweilen. Standard-Formulierungen, perfekte Fotos, der immer selbe Fotohintergrund usw. Ursachen dafür sind so vielfältig wie die Autoren selbst. Mich persönlich schreckt das eher ab. Sind es interessante Themen (umso persönlicher, desto besser, wir sind ja schließlich keine Maschinen), lese ich gerne weiter. Je mehr man auch über den Menschen und gerade seine Schwächen liest, umso eher bleibe ich auch aktiv dabei, lese, kommentiere, like etc.

    Inwiefern jemand seine persönliche Seite zeigen will, ist natürlich jedem selbst überlassen. Oft ist der Blog ja nicht zu unrecht eine Ablenkung vom Alltag, etwas Schönes, ein Hobby halt und ein Ausschnitt von EINER Leidenschaft, die man in sich trägt.

    Ich meine das an den Texten schon lesen zu können, ob jemand mit Leidenschaft und Begeisterung dabei ist, kreativ, innovativ und mutig. Wenn auch im Kleinen. Viel wichtiger finde ich da, seine Leserschaft zu pflegen, Kommentare zu beantworten.

    Kritische Themen finde ich da ebenfalls spannender, die zeigen, dass eben nicht alles perfekt läuft im Leben. Dann mag ich aber weniger reine Ningel-Posts, sondern den nachdenklichen, selbstkritischen Ansatz. Wieso ist es dazu gekommen? Was hast du gelernt. Usw.

    "Triviales" wie Wäschewaschen gehört für mich nicht auf den Blog, denn es langweilt und ich möchte es selbst auch nicht wirklich sehen. Wenn ich mich vor einen Blog setze, möchte ich mit "besonderen" Dingen beschäftigen, nicht dem Alltag.

    Ästhetische Fotos finde ich schön, aber auch nur im richtigen Kontext. Will ich meinen Lesern sagen, dass ich aus dem Urlaub wieder da bin, darf ich auch mal verschwitzt, müde und ungeschminkt drein schauen.

    Oje, ich hoffe, das war nicht zu sehr am Thema vorbei... In jedem Fall total spannend, was du schreibst. Ich glaube, bei mir verändert sich da gerade auch sehr viel in der Wahnehmung als Blogleser und -schreiber.

    Ganz liebe Grüße
    Katharina
    von Großstadtgedanken

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